SPUNK
Nora Heilmann
mit Paola Lattanzi

Niederlande

Freitag, 15.10.2004 °
15.00 und 22.00
IBP Halle



spunk·y adj
very lively, determined, and courageous (informal)


SPUNK ist kein Stück, sondern ein Modell für einen Forschungsprozess. Es kann sich an Tänzer aller Hintergründe und Künstler verschiedenster Bereiche richten, die bereit sind, sich selbst und ihr Körperbewußtsein zu hinterfragen.
Das Ergebnis wird immer verschieden sein, abhängig von den Teilnehmern und ihrer Umgebung.

SPUNK ist kein fertiges Produkt, es ist ein Rahmen, eine Basis die Möglichkeiten eröffnet und sich dynamisch verändert. SPUNK kann niemals vollendet sein. Es zeigt nur Stufen einer Entwicklung.

SPUNK befragt zuerst den Wunsch der Performer nach der Erzeugung von Körpern, nach Entleerung und Füllung, Dekonditionierung und Rekonditionierung. SPUNK ist eine nomadische Praxis. SPUNK ist eine riskante und abenteuerliche Praxis. SPUNK ist eine Praxis und nicht nur eine Theorie (Theorien nicht ausschließend). Lebendige Philosophie. Ein Laboratorium. Ein reflektierender Prozess. SPUNK will einen Diskurs schaffen. Den Prozess sichtbar machen.

SPUNK findet einen spezifischen Rhythmus von Herstellen und Nicht-Herstellen. Sein und Werden. Eine Zeit wird sich einstellen. Fragen und spezifische Lesarten werden sich einstellen. Ein Körper und auch Nicht-Körper. Das Bild wird sich füllen und leeren.


Nora Heilmann (1976) studierte Choreographie und Performance an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam. Ihre Bewegungsforschung basiert auf Body Weather Laboratory und verschiedenen Kampfkuensten (Kalarippayattu, Kungfu Wushu, Qigong). Sie ist an experimentellen Kompositionen, Improvisation, site-specific Arbeit und dem Vermischen von östlichen und westlichen Bewegungsprinzipien interessiert. In ihrer Arbeit sucht sie nach Tanzpraktiken, die gesellschaftlich und politisch bewusst reflexiv sind, nach einem Körper der die Dringlichkeiten seiner Zeit einfängt.
Einige ihrer choreographischen Arbeiten: Auftrieb (2002), Aufführungen in Dans Werkplaats Amsterdam, Aerodance/Julidans Festival Amsterdam, Something Raw Festival Frascati Theater Amsterdam, Kortrijk/Belgien, Envy/Frankreich, Ankara/Türkei; Paravisions - gemeinsame Forschungspräsentation mit der Neue Medien - Künstlerin Sher Doruff, mit Performern an Webkameras im städtischen Raum: Amsterdam, Berlin, New York, London, Brüssel, Kanada (De Waag - 2003); Cassis/helmet (2003), Aufführungen im Het Veem Theater Amsterdam, Uitmarkt Festival/ Paradiso Amsterdam, Resolution! Festival, The Place Theatre London.


Paola Lattanzi studierte an der Accademia Nazionale di danza in Rom und der SNDO (school for new dance development), Amsterdam.
Sie arbeitet in zahlreichen Stücken als Tänzerin, u.a. My feet are not long enough von Rossella Fiumi, 1993 in Italien, Easy, 1997 im LaMaMa theatre, New York; Hallo kitty! von Enzo Cosimi auf der La biennale di Venezia, 2000; The waste land von C. Collova 2002 im Teatro dell'elfo, Mailand; Cassis Caput von Nora Heilmann, 2003. Sie gibt außerdem Workshops, arbeitet als Lehrerin, u.a. am CUT (Centro Universitario Teatrale) in Rom; beim Zip festival in Orvieto, Italien; beim Medusa festival in Gyzicko, Polen.