10.05.2004

Prof. Dr. Markus Wriedt
Theologie
Frankfurt a.M./ Milwaukee

Hoffnung -
theologische Überlegungen zu einer Worthülse der Alltagssprache




Biographie ° 1958 in Hamburg geboren, 1977 - 1983 Studium der Theologie und Philosophie an den Universitäten Hamburg, Southampton und München. Zunächst Stipendiat seit 1985 wiss. Mitarbeiter der Abt. Religionsgeschichte des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz. Berufsbegleitendes Vikariat 1987 - 1989. 1990 Promotion im Fach Evangelische Theologie/Kirchengeschichte in Hamburg. 1993 Ordination zum Pfarrer der EKHN. 1995 - 2001 Lehrauftrag im Fach Kirchengeschichte am Wissenschaftlich-Theologischen Seminar der Universität Heidelberg und seit Wintersemester 2000/2001 auch am Fachbereich 6a (Evg. Theologie) der Johann Wolfgang von Goethe Universität Frankfurt für Kirchengeschichte. Seit 2002 regular visiting professor for theology der Marquette University Milwaukee (Wisconsin). Mitglied etlicher nationaler und internationaler Vereinigungen, darunter im Vorstand des Vereins für Reformationsgeschichte.
Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theologiegeschichte des Spätmittelalters und der Reformationszeit, darunter: Gnade und Erwählung. Eine Untersuchung zu Johann von Staupitz und Martin Luther, Mainz 1991, Christlicher als christlich? Auf dem Weg zu einer neuen Moral in der Kirche, Frankfurt/Main, Darmstadt 1994, Zusammen mit Leif Grane und Alfred Schindler Herausgeber von: Auctoritas Patrum. Beiträge zur Rezeption der Kirchenväter im 15. und 16. Jahrhundert, Mainz 1993 und 1997. Seit 2000 Redakteur des Archiv für Reformationsgeschiche.

Abstract ° "Da kann man nur noch hoffen ..." Dieser Satz erklingt, wenn alles Menschenmögliche versucht und mit Mitteln der Vernunft keine Lösung mehr gefunden wird. In meiner Heimat Norddeutschland wird häufig ergänzend bemerkt: Dann holt man lieber den Pastor! - Hoffnung als christliche Tugend, als Wert wird wichtig, wenn nichts anderes mehr geht. Die ultima ratio wird verwaltet von der Kirche und ihren Amtsträgern. Hoffnung ist im allgemeinen Sprachgebraucht die Haltung des Menschen zu dem ihm Unmöglichen. In der Vorlesung soll der theologische Grund der Hoffnung als etwas mitten im Leben des Menschen gesucht werden. Ohne Hoffnung sind wir verloren, weil wir uns selbst verlieren. Hoffnung ist etwas, ohne das wir nicht leben können. Hoffnung macht Leben lebenswert. Insofern gehört Hoffnung mitten in unser Leben, in unsere menschliche Wirklichkeit hinein. Sie verweist über uns hinaus und zugleich auch wieder direkt auf uns zurück. Das Spannungsfeld der Selbsttranszendierung des Menschen und seiner imanenten Verhaftung soll vor dem Hintergrund des Projektionsvorwurfes Feuerbachs der reale Grund der Hoffnung gesucht - und gefunden - werden. Die vernünftige Religionskritik weist dabei auf entscheidende Defizite der Vermittlung hin. Ich will versuchen, hier Alternativen aufzuzeigen und Hoffnung in der Postmoderne wieder glaubwürdig machen.

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